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Whitney-Vorstand Warren Kanders tritt zurück

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Nach dem Künstlerboykott der Whitney Biennale in New York will das umstrittene Mitglied des Museumsvorstands Warren Kanders seinen Posten aufgeben. Der Protest richtete sich gegen seine Verbindungen zur Waffenproduktion

Über Kanders’ Rücktritt berichtet die “New York Times” am heutigen Donnerstag. Demnach habe er in einem Brief an den Museumsbeirat angekündigt, seinen Posten aufzugeben.

“Die gezielte Kampagne von Attacken gegen mich und mein Unternehmen, die in den vergangenen Monaten geführt wurde, droht die wichtige Arbeit des Whitney zu untergraben”, schrieb Kanders laut der “New York Times”. “Ich bin diesem Vorstand beigetreten, um dem Museum beim Gedeihen zu helfen. Ich möchte nicht, wenn auch unbeabsichtigt, zu seinem Niedergang beitragen.”

Neue Erkenntnisse von Forensic Architecture

Die Proteste gegen Warren Kanders hatten bereits vor der Whitney Biennale begonnen, als bekannt wurde, dass seine Firma Safariland Tränengas herstellt, das unter anderem an der US-Grenze zu Mexiko gegen Migranten und in Ferguson, Missouri, gegen Demonstranten eingesetzt wurde. Der Künstler Michael Rakowitz hatte seine Teilnahme bereits vor der Eröffnung der Biennale abgesagt, in dieser Woche hatten weitere acht Künstler ihre Beiträge aus der Ausstellung zurückgezogen.

Darunter ist auch das Recherchekollektiv Forensic Architecture, das zudem neue Erkenntnisse zu Kanders’ Verbindungen zum Waffenhandel präsentierte. Laut ihren Ermittlungen schoss die israelische Armee im Gaza-Streifen mit Munition der Firma Sierra Bullets, an der Kanders beteiligt ist, auf palästinensische Demonstranten.

“Es nützt etwas, seine Stimme zu erheben”

Die Künstlerin Nicole Eisenman, die ihre Skulpturen ebenfalls aus der Whitney Biennale zurückgezogen hatte, kommentierte den Rücktritt Kanders’ auf Instagram mit den Worten: “Es nützt etwas, seine Stimme zu erheben.” Das Aktivistenkollektiv von “Decolonize This Place”, das mit anderen Gruppen den Protest getragen hatte, forderte nun, die ganze Struktur von unethischem Mäzenatentum und Unterdrückungs-Mechanismen in US-Kulturinstitutionen zu reformieren.

Warren Kanders sprach in seinem Rücktrittsschreiben dagegen von einem “toxischen politisierten Klima”, das die Arbeit des Museums und seiner Gremien gefährde.